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"Ist der Kontakt wieder hergestellt,
findet uns die Lösung"




Marshall B. Rosenberg

 

 

Gewaltfreie Kommunikation

Diese Methode und Haltung zur gewinnbringenden Konfliktbearbeitung wurde von dem international anerkannten Mediator und Konfliktmanager Dr.Marshall B. Rosenberg entwickelt.

Wir haben in verschiedenen Seminaren und Arbeitszusammenhängen sehr viel von Marshall Rosenberg gelernt und sind dankbar für diese Bereicherung. Cornelia Timm ist die anerkannte und nach den Richtlinien des Centers for Nonviolent Communication (CNVC) zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation in unserem Institut.

Die Gewaltfreie Kommunikation wird zunehmend zur effektiven Konfliktbearbeitung auf allen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen eingesetzt. Wir nutzen sie in der Mediation, in der Teamentwicklung, im Coaching und bilden Menschen in dieser Methode aus.

Gewaltfreie Kommunikation ist für uns der ideale Weg, das zu bekommen, was wir für ein gelungenes Leben brauchen und zusätzlich das Leben derer zu bereichern, mit denen wir zusammen arbeiten und leben.

"Was ich in meinem Leben will
ist eine wertschätzende und einfühlsame Verbindung
zwischen mir und anderen."





Marshall B. Rosenberg

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation sind:

"Ärger zeigt mir zwei Dinge:
Ich bekomme nicht, was ich will
und gebe jemand anderem die Schuld dafür."





Marshall B. Rosenberg

Die Struktur der Gewaltfreien Kommunikation

Gewöhnlich passieren in nicht effektiver oder misslungener Kommunikation drei Dinge:

  1. Wir regen uns auf, weil wir nicht bekommen, was wir uns wünschen. Unsere Bedürfnisse werden nicht befriedigt.
  2. Wir beschuldigen jemand anderen dafür, dass wir nicht bekommen, was wir wollen.
  3. Wir sagen dem anderen, was falsch an ihm ist und wundern uns, dass er sich nicht verändert oder wir sprechen und handeln auf eine Weise, die es fast garantiert, dass wir nicht bekommen, was wir brauchen. Manchmal bekommen wir, was wir wollen, indem wir es mit Gewalt durchsetzen und bedauern hinterher, dass wir die Beziehung zu dem anderen verletzt oder zerstört haben.

Wenn sie die Gewaltfreie Kommunikation kennen lernen, sind viele Menschen begeistert von der klaren und einfachen Struktur. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie zwar einfach zu verstehen ist, aber dass erst intensives Einüben der Haltung die Methode zum Leben erweckt.

Die grundlegende Struktur der Gewaltfreien Kommunikation basiert auf vier Schritten, die dazu führen, dass ich vom anderen besser verstanden werde und den anderen besser verstehe. Wenn ich in einen Austausch über Gefühle und Bedürfnisse komme, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, das zu bekommen, was ich mir wünsche und die Fähigkeit, mich in den anderen einzufühlen, indem ich seine Bedürfnisse erkenne und akzeptiere.

"Beobachten ohne zu bewerten
ist die höchste Form der menschlichen Intelligenz."




Krishnamurti

Der erste Schritt

Ich bin mir klar über die Situation, die ich mit dem anderen besprechen möchte und teile ihm diese mit, ohne eine Beurteilung, Bewertung oder Interpretation in die Beschreibung einfließen zu lassen. Hier können Missverständnisse ausgeräumt werden, so dass allen Beteiligten verständlich ist, worum es eigentlich geht.

"Gefühle brauchen keine Berechtigung."



Marshall B. Rosenberg

Der zweite Schritt

Ich teile meinem Gesprächspartner meine Gefühle mit, denn sie sind die Grundlage für meine Entscheidung. Gefühle, besonders die, die auftreten, wenn meine Bedürfnisse nicht erfüllt sind, können wir uns vorstellen, wie eine Warnlampe im Auto - je eher wir darauf reagieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kein Schaden auftritt. Es hat keinen Sinn, einfach das Kabel der Warnlampe zu durchtrennen. Damit nehmen wir ihr zwar die Energie, doch das Problem ist nicht gelöst. Gefühle sind die „Warnlampen“ unseres Körpers, die uns anzeigen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Die psychischen Empfindungen in unserem Körper sind die Energie, die uns verstehen lässt, welches unserer Bedürfnisse befriedigt oder nicht befriedigt ist und was wir brauchen, um dahin zu kommen, dass es uns besser geht.

"Je klarer wir wissen,
was wir vom anderen bekommen möchten,
desto wahrscheinlicher ist es,
dass sich unsere Bedürfnisse erfüllen werden."





Marshall B. Rosenberg

Der dritte Schritt

Ich teile meinem Gesprächspartner mit, welche meiner Bedürfnisse nicht befriedigt sind. Dazu ist es notwendig, dass ich meine Bedürfnisse hinter den Gefühlen erkenne und akzeptiere.

Mit Unterstützung durch das Training der Gewaltfreien Kommunikation kann ich die Tatsache wahrnehmen, dass das, was andere sagen oder tun, ein Auslöser für meine Gefühle sein mag, aber niemals ihre Ursache.

Ich sehe, dass ich mich entscheiden kann, wie ich das, was andere sagen oder tun aufnehmen will und dass meine Gefühle aus meinen jeweiligen Erwartungen und Bedürfnissen in der aktuellen Situation entstehen.

Urteile, Kritik, Diagnosen und Interpretation des Verhaltens anderer sind entfremdete Äußerungen unserer eigenen Bedürfnisse.

Wenn ich meine Bedürfnisse direkt ausspreche, steigt die Chance, dass sie erfüllt werden.

"Teile nie dein Herz,
ohne mit einer gegenwärtigen Bitte zu enden."




Marshall B. Rosenberg

Der vierte Schritt

Wenn ich die ersten drei beschriebenen Schritte in einem Gespräch gehe, inspiriere ich meine Gesprächspartner zur Einfühlsamkeit. Der vierte Schritt folgt der Frage, um was ich andere bitten möchte. Ich bitte um Rückmeldungen oder Handlungen, die meine Bedürfnisse erfüllen können.

Als erstes spreche ich aus, um was ich bitte, anstatt zu sagen, was ich nicht will.

Bitten in klarer Handlungssprache zu formulieren, bringt das zu zutage, was ich wirklich will. Je klarer ich mir beim Sprechen über die Art der Resonanz bin, die ich mir wünsche, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich sie auch bekomme.

Als zweites entscheide ich mich dafür, um etwas zu bitten, anstatt eine Forderung an den anderen zu richten. Bitten, die nicht von den Gefühlen und Bedürfnissen des Bittenden begleitet werden, können wie eine Forderung klingen. Hört der Gesprächspartner eine Forderung, wird er eher darüber nachdenken, wie er sich vor uns schützen kann oder uns angreifen, als auf unsere Bitte einzugehen.

Ich kann herausfinden, ob es sich um eine Bitte oder eine Forderung handelt, indem ich meine Reaktion beobachte, wenn meine Bitte nicht erfüllt wird:

Die Bitte, die ich formuliere, sollte folgende Kriterien aufweisen, damit der Gesprächspartner eine größere Chance hat, sie zu erfüllen: Sie sollte in positiver Handlungssprache formuliert sein, für den anderen verständlich und machbar (keine „frommen Wünsche“) und auf eine konkrete Situation in der Gegenwart bezogen sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gesprächspartner meine Bitte hören kann und sich inspiriert fühlt, sie zu erfüllen, wächst in dem Maße, in dem er wahrnimmt, dass ich ihn auf empathische Weise ebenfalls verstanden habe. Die Gewaltfreie Kommunikation empfiehlt, zuerst denjenigen anzuhören, von dem ich etwas möchte und erst danach, wenn ich ihm mein Verständnis gezeigt habe, mit meinem Anliegen zu kommen. Dadurch entsteht ein Fluss zwischen den Gesprächspartnern, der es beiden ermöglicht, in gutem Kontakt, ehrlich und effektiv ihre Anliegen vorzubringen.